Das Betriebswerk

Wiederaufbau

Dies & Das

Geschichte des Bw – 1999 bis heute

Um in den Besitz des seit 1987 nicht mehr von der Bahn genutzten Bw-Geländes zu kommen, trat der im Jahre 1996 gegründete Verein "Muesums-Bw Kreuzberg (Ahr) e.V." in Verhandlungen mit der Deutschen Bahn. Als sich zeigte, daß mit einer schnellen Einigung nicht zu rechnen war, mietete der Verein Anfang 2001 das Bw-Gelände mit den historischen Bauten und Gleisen in unsaniertem Zustand, um wenigstens mit Aufräumarbeiten beginnen zu können. In den folgenden Jahren arbeiteten Mitglieder des Vereins regelmäßig auf dem Gelände, um die Außenflächen und die Gleisanlagen freizulegen, den Bewuchs zurückzuschneiden und um die Drehscheibengrube von dem in den vergangenen Jahren dort abgekippten Schutt und Müll zu befreien.

Der Verein beteiligte sich an mehreren "Tagen des offenen Denkmals" und stellte der interessierten Öffentlichkeit die Bahnanlagen vor, die einmal sogar Ziel einer Reisegruppe englischer Eisenbahnfreunde waren. Insbesondere im Herbst konnte das Bahnbetriebswerk wieder einige seiner ursprünglichen Aufgaben erfüllen, wenn die Sonderzüge zu den Weinfesten im Ahrtal während ihrer Wartezeit in Kreuzberg abgestellt wurden und deren Dampflokomotiven ihre Wasservorräte aus dem noch betriebsfähigen Wasserhochbehälter, erbaut von der K.P.E.V, auffüllen konnten.

Im Juni 2004 kündigte die Deutsche Bahn dem Verein überraschend den Mietvertrag, nachdem sie mit der Kreisverwaltung Ahrweiler übereingekommen war, das Bw-Gelände in Bauland umzuwandeln. Doch es kam noch schlimmer: "Im Einvernehmen mit dem Landesamt für Denkmalpflege in Mainz" erteilte die Kreisverwaltung Ahrweiler der Deutschen Bahn AG auf deren Antrag die Abbruchgenehmigung für den Lokschuppen in Kreuzberg. Begründet wurde dies damit, daß die DB AG als Eigentümerin des Bahnbetriebswerkes einen Rechtsanspruch auf diese Entscheidung habe, da sich der ungenutzte Lokschuppen mit Nebenanlagen seit mehr als zwanzig Jahren keiner wirtschaftlichen Nutzung habe zuführen lassen und eine Restaurierung oder ein anderer Weiterbetrieb für die DB-AG finanziell nicht zumutbar sei. Der Verein, der den Lokschuppen von der Bahn nach wie vor erwerben will, um eben diese Restaurierung und einen Weiterbetrieb als Museum durchzuführen, wurde bei der Entscheidung über den Abrißantrag jedoch nicht gefragt, was die Kreisverwaltung dem Landesamt für Denkmalpflege vor dessen Zustimmung aber nicht mitgeteilt hatte.

Schließlich wurde auf Betreiben der Denkmalschutzbehörden im November 2006 die Denkmalzone per Rechtsverordnung aufgehoben, da – wie das Landesamt für Denkmalpflege feststellte – eine Dachsanierung des Lokschuppens die Denkmaleigenschaft der gesamten Denkmalzone beieinträchtigen würde. Wie fadenscheinig diese Begründung ist, zeigt ein Blick auf die Ruinen Saffenburg oder Burg Olbrück, die trotz der an ihnen durchgeführten mehr als umfangreichen Baumaßnahmen als Vorzeigedenkmäler behandelt werden.

Der Verein hatte die Hoffnung noch nicht aufgegeben, er kämpfte weiterhin darum, doch noch in den Besitz des ehemaligen Bahnbetriebswerks zu kommen, um es wiederherzurichten und anschließend zum Beispiel ein von der Fachhochschule Kaiserslautern vorgeschlagenes Nutzungskonzept umzusetzen.

Seit Mitte 2004 liegt das Gelände nun wieder brach. Im Jahr 2008 hat die Verbandsgemeinde einen Flächennutzungsplan aufgestellt bzw. fortgeschrieben, der weiterhin keine Bebauung ermöglicht. Und die nicht unerheblichen Altlasten im Bereich der ehemaligen Dieseltankstelle sind nach wie vor nicht beseitigt.